Psychologie fußballfans scheidung

Podcast abonnieren Das Nachspiel bietet einen Blick hinter die Kulissen des Sports. Zum Beispiel die trickreiche, nicht ganz statutengerechte Gründungsgeschichte. Das Aufkommen sogenannter Retortenklubs wie TSG Hoffenheim und RB Leipzig belegt eher das Gegenteil.

Bayern und die Fans: Berater Wolfgang Salewski im Abseits

Einer der schärfsten Kritiker ist "11 Freunde"-Chefredakteur Philipp Köster. Archiv Geld im Fussball Fans wollen keine Vereine aus der Retorte. Auch Klubpräsidenten wie Heribert Bruchhagen, Vorstandschef von Eintracht Frankfurt, reden von "Verdrängern", wenn die Rede auf echte Werksklubs wie VfL Wolfsburg oder Bayer Leverkusen kommt.

FC Union Berlin gegen RB Leipzig an. Ein Aufstiegsplatz, auf dem der Verein natürlich gerne auch am Saisonende stehen würde. Da wird schon mal Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz auf Transparenten als Nazi beschimpft. Wer jemals erlebte, wie bei den Heimspielen des FC Schalke an die Das gilt nicht nur für viele Fans. Vor allem die hohen Ausgaben für Spielerkäufe sehen konkurrierende Klubs mit weniger finanziellen Möglichkeiten als Wettbewerbsnachteil.

Der damalige Manager Jan Schindelmeiser wies diese Kritik vehement zurück:.

Soziologie des Fußballs

Was aber immer weniger gelingt. Weltweit ist es jedenfalls. Check. Oder das dem Firmenemblem von Red Bull stark nachempfundene Vereinslogo. Bei den Fans konzentriert sich die Abneigung in jüngster Zeit auf RB Leipzig und seinen Mäzen Dietrich Mateschitz. Man hat da schon gewisse Schlupflöcher geschaffen. RB Leipzig ante Portas? Also, das ist nicht der Fall.

Ihre Abos kündigten die ehedem noch treuen Fans, guckten wenn dann höchstens noch die Zusammenfassungen und widmeten sich in der übrigen Zeit. Julian Nagelsmann, Trainer des TSG Hoffenheim, am Andreas Rettig, bis Mitte dieses Jahres DFL-Geschäftsführer:. Natürlich haben sie das. Feuerhardt macht keine Ausnahme:. Den gibt es schon ein paar Jahre. Die Ressentiments der Fans entladen sich immer wieder in wüsten Beschimpfungen, gelegentlich auch in gewalttätigen Aktionen.

Mithilfe massiver Investitionen gelang innerhalb von fünf Jahren der Aufstieg in die Zweite Bundesliga. Dabei lassen sich zwei Fraktionen unterscheiden: Die Romantiker und die Realisten. Twitter Facebook Email Pocket. Der Einstieg gelang mit einem bemerkenswerten Trick: Mateschitz kaufte dem sächsischen Oberligisten SSV Markranstädt das Startrecht ab und übernahm kurzerhand die Erste Mannschaft samt Trainerstab.

Ein Dorn im Auge ist den Traditionalisten auch die Praxis von Red Bull, Spieler innerhalb seines Imperiums munter hin und her zu verschieben. Ist der RB Leipzig ein reines Marketingprojekt? Doch der Reihe nach. Und speziell auch unser Klub, der sich jetzt seit step by step nach oben bewegt hat, ist im Prinzip fast das Gegenbeispiel. Darüber sind sich Psychologen noch nicht so richtig einig.

Beitrag Sendung Apple Podcasts Google Podcasts Spotify RSS Feed. Und deswegen ist der Unterschied zwischen RB Leipzig und Bayer 04 Leverkusen oder dem VfL Wolfsburg marginal. Ihnen gilt der RBL schlicht als künstliche Schöpfung, als Plastikklub. Während der Auslosung zur 1. Die Red-Bull-Arena Leipzig am Freitag vor einer Woche. Es sind eben alles Waren.

Und die Käufer des Produkts, die sind Kunden auch dann, wenn sie sich gleichzeitig als Fans bezeichnen. Ein beliebter Trick: die Übernahme unterklassiger Vereine. Bei uns hat keiner den Klub gekauft. Was Fernsehkameras nicht einfangen können oder wollen, wird hier aufgegriffen. Ihr macht unseren Sport kaputt? Gibt es eine moralische Rechtfertigung für die Proteste der Traditionalisten?

Die Ultras von der Fan-Initiative "Szene Köpenick" haben zum Protest gegen die Gästemannschaft aufgerufen. Unter die Anfeuerungsrufe der Union-Fans mischen sich auch Schmähgesänge gegen die Leipziger:. Herr Hopp ist nicht gekommen und hat dann irgendwann mal gesagt: In der Ersten Bundesliga, das ist ein interessantes Projekt, kauf ich mal den Verein, geben wir mal Geld und irgendwann zieh ich es mit Rendite wieder raus.

Und nicht wie ein Investor einsteigt und am nächsten Tag wieder aussteigt, wenn der Kurs gestiegen ist. Das passt überhaupt nicht zusammen.

Soziologie des Fußballs: Spektrum der Wissenschaft

Mit RB Salzburg fing es an. Das ist nicht unsere Aufgabe. Eine Sicht, die möglicherweise auch Martin Kind, Präsident von Erstligist Hannover 96, teilt. Salienz des Unterscheidungsmerkmals: Könnte bei einem Fußballspiel mit gegnerischen Fans kaum eindeutiger sein. Im Grundsatz besteht er nicht. Ende August, fünfter Spieltag der Zweiten Bundesliga. Und Kapitalgesellschaften sind inzwischen die meisten Bundesligavereine.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert:. Gegen "Werkklubs" hätten alteingesessene Traditionsklubs sportlich immer weniger Chancen - so lautet der zentrale Vorwurf. Danach müssen Profiklubs immer eine Mehrheit der Stimmrechte halten. In der ersten Viertelstunde der Partie werden die heimischen Fans schweigen.

Aber existieren nicht klare Grenzen für ungezügelten Kommerz? Danach haben die Unioner ihre Stimme wieder gefunden und ziehen mächtig vom Leder:. Und da muss man ja fragen: Haben diese beiden Konzerne kein vorrangiges Interesse daran, ihre Produkte bestmöglich zu platzieren, so wie es RB Leipzig tut? Fans feiern ihr Team | Was fasziniert uns am Fußball? Die sogenannten Werksklubs nehmen in der Debatte eine Sonderstellung ein.

Es gibt Ausnahmen, Wolfsburg beispielsweise, Hoffenheim, Leverkusen, und demnächst wohl auch Hannover 96, die nicht mehr darunter fallen. RB Leipzig selbst hält sich übrigens bedeckt. Die Anfeindungen, derer sich der Klub zu erwehren hat, erinnern an die langjährigen Auseinandersetzungen um die TSG Hoffenheim und ihren Hauptsponsor Dietmar Hopp.

Eigengruppe und Fremdgruppe: Worum geht es?

Der zentrale Vorwurf: Gegen neureiche Klubs, die von Konzernen mit millionenschweren Investments gepäppelt werden, hätten alteingesessene Traditionsklubs sportlich immer weniger Chancen. Die VfL Wolfsburg AG GmbH gehört zu Prozent der Volkswagen AG. Und da muss man ja fragen: Haben diese beiden Konzerne kein vorrangiges Interesse daran, ihre Produkte bestmöglich zu platzieren, so wie es RB Leipzig tut.

Kritiker von RBL reagieren nicht nur aus dem Bauch, sie haben auch jede Menge Argumente. Ein Verein, der dank der Millionen seines Mäzens und SAP-Gründers Dietmar Hopp innerhalb von sieben Jahren den Durchmarsch von der dritten in die Erste Bundesliga schaffte. Im Stadion in der Alten Försterei tritt der 1. Aber sie wird eben immer wieder gefährdet.

Vor allem als Konstrukt, mit dem dank massiver Investitionen eines branchenfremden Kapitalgebers den Traditionsmannschaften künftig das Leben noch schwerer gemacht werden könnte. Die Erfolgsgeschichte der Hoffenheimer wurde von den etablierten Klubs mit Bewunderung, aber auch einer Portion Neid verfolgt. Wenn man einen schrecklichen Trikotsponsor auf der Brust hat, wenn man sieht, wie man da vor dem Spiel beschallt wird mit Die Gegenseite vertritt der Publizist Alex Feuerherdt.

Der Grund: Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz investiert Millionen in den Klub. Dahinter steht der österreichische Energy-Drink-Hersteller Red Bull. Wir leben in einer warenproduzierenden Gesellschaft. Auch der TSG Hoffenheim erhitzte die Gemüter. Die Kommerzialisierung, so stellt er fest, habe in der Bundesliga spätestens Anfang der er-Jahre mit der Einführung von Trikotwerbung begonnen.

Doch das soll nur eine Durchgangsstation sein. Oder der Mannschaftsbus der Roten Bullen blockiert. Er kündigte schon vor einiger Zeit an, sobald wie möglich von dieser Ausnahmeklausel Gebrauch zu machen. Oder die problematische Vereinsstruktur mit nicht viel mehr als einem Dutzend zahlungskräftigen Mitgliedern. Das Nachspiel bietet einen Blick hinter die Kulissen des Sports. Aus dem Podcast Nachspiel.

Zu Beginn dieser Saison gaben die Leipziger knapp 19 Millionen Euro für neue Profis aus — mehr als alle anderen Zweitligisten zusammen. Nach einem Sieg über Fortuna Düsseldorf sind die Sachsen erstmals in dieser Saison Zweiter. Weil eben die entsprechenden Unternehmen länger als 20 Jahre den Mutterverein mit finanziert haben. Wenn man Veränderungen nicht gestaltet, schaffen sich die Marktteilnehmer Wege der Umgehung.

DFB-Pokalhauptrunde wurden im Publikum Hassgesänge angestimmt. Ganz anders denkt der Publizist und ehemalige Oberliga-Schiedsrichter Alex Feuerherdt. Das ist bei ihm eher ne Herzensangelegenheit. So wie eben auch die FC Bayern München AG, die Borussia Dortmund GmbH und Co. Zumindest auf die Bayer-Elf aus Leverkusen treffe diese Bewertung nicht zu:. Das ist auch nicht totzukriegen, das ist nicht durch kommerzielle Interessen, das ist nicht durch windelweiche Sponsoren und auch nicht durch RB Leipzig totzukriegen.