Triggerwarnung psychologie

Themen Podcasts Programm Nachrichten Moderation. Mittlerweile werden die Warnungen allerdings viel zu beliebig eingesetzt, kritisiert der Psychologe Thomas Weber, der das Zentrum für Trauma und Konfliktmanagement in Köln leitet. In der Psychologie beschreibt man mit Trigger einen Reiz, der dazu führen kann, dass jemand ein Trauma wieder durchlebt. Doch oft bewirken sie genau das Gegenteil — gerade bei Serien und Filmen, aber auch bei Nachrichtensendungen.

Deshalb wurde eingeführt, dass vor bestimmten medialen Beiträgen eine Triggerwarnung erscheint, um Menschen vor genau diesen Situationen zu warnen.

Triggerwarnung (Psychologie) – PSYLEX

Danach empfehlen die Stars den Zuschauenden noch, die Serie nicht alleine zu schauen und zeigen, wo man sich Hilfe suchen könnte. Damit seien alle gewarnt, jedoch nicht bevormundet. Nicht jedes Erlebnis ist gleich ein Trauma. Entmündigung der Traumatisierten. Live Playlist. Die meisten davon könnten wir allerdings mit der Zeit gut wegstecken und kontrollieren — auch, indem wir uns sukzessive dem Erlebten nähern, sagt Thomas Weber weiter.

Schnell fallen dann Begriffe wie Trauma oder Trigger. Doch selbst diese Art von Hinweisen sollten sparsam eingesetzt werden, sonst führe das irgendwann dazu, dass Triggerwarnungen wie Warnhinweise auf Zigarettenschachteln gelesen werden: An die haben sich die meisten schon so gewöhnt, dass sie gar nicht mehr auffallen.

Ein Kleidungsstück, ein Geräusch, ein Geruch oder eine Szene aus einem Film können traumatisierte Menschen triggern. Mittlerweile gibt es aber vor jeder Episode ein Video, in dem die Schauspielerinnen und Schauspieler der Serie vor dem folgenden Inhalt warnen: "Wir blicken auf sexuelle Übergriffe, Drogenmissbrauch, Selbstmord und mehr. Vor vier Jahren ist die Serie noch ohne Warnhinweis gestartet.

Doch wo genau liegt die Grenze? Das entmündige die Traumatisierten auch ein Stück weit, die sich sowieso aktiv davor schützen, indem sie sich vorher über die Inhalte von Filmen oder Serien informieren. Damit Menschen die Kontrolle über ihre Traumata behalten können und davon nicht überflutet werden, gibt es eben auch die Triggerwarnungen.

Angefangen haben Triggerwarnungen mit der Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht".

Triggerwarnung

Die Folge: Die wirklich traumatisierenden Momente werden dadurch eher bagatellisiert. Das seien vor allem alltägliche Situationen. Ein Psychologe erklärt, warum Trigger nicht bloß ein Meme sind Das heißt oftmals ist überhaupt keine Trigger-Warnung notwendig. Die Reaktionen auf die Serie waren vielfältig — von begeistert bis empört.

Laut Thomas Weber würde nicht nur der Begriff Trigger, sondern auch der Begriff Trauma verharmlost und verallgemeinert werden. Stattdessen schlägt Thomas Weber vor, einen einfachen Hinweis zu setzen: "Der folgende Inhalt kann sehr nahe gehen. Juni Der Beginn der Triggerwarnung.

Wozu brauchen wir Triggerwarnungen?: Pinkstinks Germany

Doch wann machen sie wirklich Sinn und wann führen sie eher dazu, dass wirklich traumatische Erlebnisse bagatellisiert werden? Häufig haben die Betroffenen die Erlebnisse davor noch nicht verarbeitet oder verdrängt. Vor Serien, Instagramstorys, Fernseh- oder Radiobeiträgen: Triggerwarnungen begegnen uns derzeit immer häufiger.

Triggerwarnungen. › triggerwarnungen-einsatz-erklaerung-anwendung. Wenn sehr harte psychische und physische Gewalt dargestellt wird, wie im Fall der Serie, ist eine Triggerwarnung sinnvoll, sagt Thomas Weber. Gleichzeitig beobachte er zunehmend Fälle, in denen Triggerwarnungen seiner Meinung nach keinen Sinn machen. Warnungen gibt es derzeit vor vielen Themen: vor Radioberichten über Polizeigewalt, vor Zeitungsartikeln über Rassismus oder vor Streamingserien mit Bulimieszenen.

Wir alle würden im Laufe unseres Lebens traumatische Erfahrungen machen. Zu einer echten Traumafolgestörung komme es nur in ganz schweren Fällen.