Psychologie interkulturellen handelns liang

Publikationsliste Prof. Dr. Yong Liang

Um den Lesern eine gewisse semantische Orientierung zu geben und das Verständnis ein wenig zu erleichtern, hat man im Chinesischen frühzeitig eine Kompromisslösung entwickelt, die zuweilen auch als Hybridbildung bezeichnet wird. Neben den erwähnten Beispielen aus Politik und Philosophie ist dies auch in der fachsprachlichen Terminologie und in der Alltagskommunikation zu beobachten.

Somit stellt sie de facto das Ergebnis eines wahrlich interkulturell geprägten Austausch- und Erkenntnisprozesses dar. Sie war und ist allerdings mit einer Reihe wichtiger Fragen konfrontiert, deren Beantwortung ebenfalls nicht allein linguistisch bzw. Allerdings werden dabei die beiden Begriffe kulturell und interkulturell nicht selten wie austauschbare Synonyme verwendet.

Es geht hierbei allerdings weniger darum, die Leser in die fremde Ausgangskultur zu versetzen, sondern vielmehr um die Betonung der ausländischen Quelle. Es zeigt sich hierin aber auch ganz deutlich, wie wichtig eine Übersetzung ist, die einen solchen Austausch zugleich fördert und herausfordert. Von dieser Sichtweise ausgehend wird interkulturelles Handeln nicht selten auf einen Kulturvergleich reduziert.

Es waren diese beiden Schlüsselwörter, welche die Neue Kultur-Bewegung — sowie die 4. Anhand von exemplarischen Übersetzungen geisteswissenschaftlicher Schlüsselwörter, die in ihrem historischen, soziokulturellen und sprachlichen Kontext sowie im Hinblick auf ihre Verwendung und Wirkung hin analysiert bzw. Inzwischen sind diese beiden rein phonetisch übersetzten Fremdwörter freilich längst in Vergessenheit geraten, und auch ihre Kurzformen — Mr.

Sai und Mr. De — sind nur noch in Geschichtsbüchern und -filmen anzutreffen, wohingegen sich ihre inhaltlich übersetzten Pendants weitgehend durchgesetzt und etabliert haben. Die Übersetzung Lixue wiederum bezeichnete eigentlich die Schulen des Neokonfuzianismus aus der Song- und Ming-Zeit. Yong Liang, Professor für Sinologie an der Universität Trier. In diesem Sinne ist auch die folgende Fachbezeichnung aufzufassen:.

Möglicherweise war auch hier der Wunsch nach einem sprachlich-kulturellen Verfremdungseffekt im Spiel. Jahrhundert n. Alexander Thomas. Feng — Die Mehrzahl der buddhistischen Begriffe wurde dann tatsächlich im Sinne einer unverfälschten Originaltreue lautlich ins Chinesische übertragen, so z. So schreibt z.

Handelns herausgegeben von. Es gilt daher zu überprüfen, ob und inwiefern diese verschiedenen Theorien und Modelle, die sich zumeist auf Daten und Erfahrungen stützen, welche im Rahmen von Translationsversuchen zwischen mehr oder weniger verwandten europäischen Sprachen gesammelt wurden, sinnvoll und geeignet sind, Fragen und Probleme bei der Übersetzung zwischen zwei sowohl in sprachlicher als auch kultureller Hinsicht überaus weit entfernten Sprachen wie z.

Psychologie interkulturellen Handelns herausgegeben von Alexander Thomas Hogrefe Sprachroutinen und Vermeidungsrituale im Chinesischen Yong Liang 1. Dessen ungeachtet möchten wir die hier zu untersuchenden Schlüsselwörter natürlich nicht nur rein lexikalisch betrachten, sondern stets in ihrem historischen, sozialen und sprachlich-kulturellen Kontext sowie im Hinblick auf ihre Verwendung und Wirkung hin analysieren und diskutieren.

So hat z. Bei der Entscheidung, ob fremdsprachliches Wortgut lautlich oder inhaltlich übersetzt werden soll, stellt sich neben allen sprachlichen Einflussfaktoren immer auch die Frage, wie mit kulturell Fremdem und Neuem umgegangen werden sollte. Das ist gewiss eine wichtige Horizonterweiterung gegenüber einer rein linguistischen Betrachtungsweise.

Der berühmte und folgenschwere Ritenstreit , welcher im Laufe des Jahrhunderts zwischen dem chinesischen Kaiserhof und Vatikan stattfand, wurde mehr oder weniger durch die Kontroverse ausgelöst, wie man das Wort Gott adäquat ins Chinesische übersetzen sollte. Es sollte lediglich darauf geachtet werden, dass die beteiligten Schriftzeichen nicht negativ konnotiert sind.

Im vorliegenden Beitrag werden einige altbekannte Fragen in der Übersetzungsforschung und -praxis aufgegriffen und aus interkultureller Sicht neu reflektiert. Auf der einen Seite sind die dadurch entstandenen Neubildungen semantisch erklärungsbedürftig und wegen ihrer bleibenden fremdsprachlichen Spuren nicht immer durchsetzbar. Auf der anderen Seite kann gerade die sprachliche Fremdheit als etwas Attraktives empfunden werden, das zu einer näheren Beschäftigung mit dem Inhalt des Wortes anspornt.

Im Folgenden wird nicht weiter auf die diversen theoretischen Modelle eingegangen, sondern auf einige altbekannte Fragen der Übersetzungsforschung und -praxis zurückgegriffen, [2] über die aus interkultureller Sicht neu nachgedacht werden soll. Dabei kann man zu einem gewissen Grad erkennen, wie verschieden der importierte Begriff verstanden und interpretiert wurde sowie welche Rolle die eigene kulturelle Tradition dabei spielte.

Philosophie wurde nämlich lange Zeit als eine rein westliche Lehre angesehen. Am Beispiel der Übersetzung von Philosophie möchte ich nun versuchen, diesen interkulturellen Prozess etwas näher zu beleuchten. Das Wort Philosophie wurde zunächst, wie schon gezeigt, lautlich übersetzt. Zahlreiche heute gebräuchliche Wörter, die erst durch diese Art der Lehnübersetzung zustande kamen, sind von ihrer Form her bereits für das klassische Chinesisch belegt, so z.

Using examples from the translations of keywords in the humanities, which are analyzed and discussed in their historical, socio-cultural and linguistic context, and with regard to their use and effect, the question of what characterizes an intercultural qualified translation is explored.

Interkulturelle Kommunikation und Kulturstandards: GRIN

Es wäre daher durchaus interessant zu untersuchen, warum manche von den einst lautlich übersetzten Wörtern verschwanden bzw. Die Bedeutung eines lautlich übersetzten Wortes ist für chinesische Muttersprachler mithin weder aus den Bedeutungen der beteiligten Komponenten noch aus der Bedeutung der gesamten Wortverbindung verstehbar. Hogrefe • Verlag für Psychologie.

Zur Übersetzung lexikalischer Einheiten weist die chinesische Sprache im Grunde zwei Möglichkeiten auf: die lautliche und die inhaltliche. Dies führte zu einer weiteren massenhaften Einführung neuer Begriffe und Konzepte aus dem europäischen Sprachraum und damit auch zu einer umfangreichen Übersetzung fremdsprachlicher Wörter ins Chinesische. Die Anzahl der Übersetzungen in die andere Richtung fällt dagegen vergleichsweise bescheiden aus.

Es ist daher meiner Ansicht nach vortrefflich zur Erörterung translatorisch-interkultureller Fragestellungen geeignet. Mit diesem Trend sind unlängst auch alle möglichen Übersetzungstheorien nach China importiert und mit viel Eifer rezipiert worden: angefangen bei den linguistischen, hermeneutischen, handlungstheoretischen und funktionalen bis hin zu den kognitiven und kulturwissenschaftlichen Ansätzen.

Über die Frage, welche Übersetzungsmethode — d. Diese Methode ist bis heute ausgesprochen produktiv. Geisteswissenschaftliches Übersetzen unterscheidet sich damit grundlegend sowohl von naturwissenschaftlich-technischem als auch von literarischem Übersetzen, wobei es zugleich eine Reihe von Merkmalen der beiden anderen Gattungen integriert.

Aus interkultureller Sicht sind diese beiden Wortschöpfungen deshalb so interessant, weil hier eine Kombination von linguistisch-semantischer Unmotiviertheit und soziokultureller Motiviertheit vorliegt. Seine Übersetzung etablierte sich in der Folgezeit nach und nach — begleitet von zahlreichen Diskussionen und weiteren Translationsversuchen — und fand Ende des Nach der anfänglichen Debatte, ob es in Ostasien auch so etwas wie eine Philosophie gebe, wurde der Terminus längst nicht mehr nur für die abendländisch-europäische Tradition, sondern auch für die entsprechenden östlichen Denkansätze verwendet.

Zurzeit: Ocean University of China, College of Foreign Languages. Damals brachte der aufblühende Fernhandel nicht nur Konsum- und Kulturgüter, sondern auch die ersten Fremdwörter in das Reich der Mitte. Hier zwei Beispiele aus der Übersetzung buddhistischer Schriften:. Mai-Bewegung von Anbeginn prägten. Die Relevanz des lautlichen Übersetzungsmusters ist, wie wir gesehen haben, nicht eindimensional zu bewerten.

Mit Aizhixue wurde z. Die inhaltliche Übersetzung ist bei der Einführung fremdsprachlicher Begriffe inzwischen eindeutig dominant. Auf dem Gebiet der Belletristik wie in verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen ist in den letzten Jahren eine kaum noch überschaubare Fülle von Übersetzungen vor allem aus europäischen Sprachen ins Chinesische erschienen. Psychologie interkulturellen. Die Ideen der europäischen Philosophie wurden im Jahrhundert, nicht zuletzt dank der Bemühungen jesuitischer Missionare, sukzessive in China bekannt.

Als Lehnübersetzung bekamen sie dann entweder eine völlig neue Begriffsbedeutung, oder die alte Bedeutung wurde erweitert bzw. Es scheint heute Konsens zu sein, dass Übersetzen nicht nur als Sprach-, sondern auch als Kulturtransfer anzusehen ist. Liang, Y Sprachroutinen und Vermeidungsrituale im Chinesischen, S. - Schroll-Machl, S.: Kulturbedingte Unterschiede im Problemlöseprozeß bei deutsch.

Damit sind diejenigen Wörter gemeint, die in der kommunikativen Praxis eines definierten Bereichs zentrale Spracheinheiten darstellen, eine hohe Verwendungsfrequenz aufweisen, in der Regel diskursbestimmend bzw. Diese Auseinandersetzung wurde im Jahrhundert und in den ersten Jahrzehnten des Jahrhunderts auf anderen Gebieten weitergeführt.

Das Übersetzen in diesem Bereich stellt auf der einen Seite eine Art fachbezogene Kommunikation dar, die einen hohen Grad an terminologischer Genauigkeit verlangt; auf der anderen Seite sind geisteswissenschaftliche Texte von ihren Forschungsthemen her häufig besonders geschichtlich, kultur- und kontextabhängig sowie in ihrer stilistischen Gestaltung nicht immer neutral.

Auf der Basis eines derartigen Alteritätsbewusstseins ist ein interkultureller Austausch natürlich nur schwer möglich. In chinesischen Diskursen spricht man mittlerweile ganz selbstverständlich von konfuzianischer Philosophie oder daoistischer Philosophie , wohingegen dies für den einen oder anderen europäischen Philosophen noch keine Selbstverständlichkeit zu sein scheint.

Nach der anfänglichen Lautübersetzung wurde von verschiedenen Gelehrten versucht, den Terminus inhaltlich ins Chinesische zu übertragen. Es gibt zwar noch einige weitere Varianten — wie etwa die Hybridbildung — aber diese basieren letztendlich alle mehr oder weniger auf den beiden zuvor genannten Grundmustern.

Uni Trier: Publikationsliste Liang

Ihre Kontrahenten hingegen wiesen darauf hin, dass bei einer inhaltlichen Übersetzung die eigentliche Bedeutung des Originalwortes durch die Aktivierung nahezu beliebiger Interpretationen verloren gehen könnte. Göttingen • Bern • Toronto • Seattle. Die Frage, warum das gesamte Fachwort nicht gleich inhaltlich übersetzt worden ist, was durchaus denkbar wäre, ist schwer zu beantworten.

Dieses Übersetzungsmuster ist in gewissem Sinne auch eine Art verfremdende Übersetzung, die sonst vorrangig in Bezug auf literarische Übersetzungen thematisiert wird. Die intellektuelle Auseinandersetzung mit den buddhistischen Schriften und vor allem deren Übersetzung ins Chinesische ab dem 2. Natürlich ist eine gründliche Kenntnis und kontrastive Analyse der betreffenden Kulturen wichtig für den Translationsprozess, aber erscheint uns dann doch nicht hinreichend für die Beantwortung der Frage, wie man beim Übersetzen zwischen zwei Kulturen angemessen vorgeht.

Gemeint sind damit fünf Situationen, in denen die buddhistischen Begriffe aus dem Sanskrit nicht inhaltlich, sondern nur lautlich übersetzt werden dürfen vgl. Wir möchten dabei exemplarisch-erkundend vorgehen, und zwar anhand einiger Fallbeispiele aus der fernen und jüngeren Vergangenheit, in der Hoffnung, auf diese Weise neue Anregungen und Erkenntnisse für eine weitere Auseinandersetzung mit dem hier zu diskutierenden Forschungsthema zu gewinnen, id est was ein interkulturell qualifiziertes Übersetzen auszeichnet.

De aufkamen. In der praktischen Übersetzungsarbeit ist zudem eine Vermischung von Fremdem und Eigenem, ausgedrückt durch eine Kombination von verschiedenen Übersetzungsmöglichkeiten, anders als manche Theoretiker denken, durchaus denkbar und wird nicht selten auch gezielt realisiert. Zahlreiche buddhistische Fachausdrücke haben seitdem Eingang in die chinesische Gemeinsprache gefunden, und letztendlich war es diese umfangreiche Übersetzungstätigkeit, welche die bis heute gültigen Entlehnungsmuster geprägt hat.

Die Fallbeispiele stammen alle aus Übersetzungen geisteswissenschaftlicher Texte. Die Zeichenkombination sagt uns semantisch zunächst einmal gar nichts. Die neuen Begriffe aus Europa wurden in den meisten Fällen mithilfe von Ausdrücken aus dem klassischen Chinesisch ins Japanische übertragen. Vor allem gab es eine Auseinandersetzung darüber, ob es angemessen bzw.

Auch Japan war im Laufe des Jahrhunderts mit einer Vielzahl westlicher Ideen und Konzepte konfrontiert, die wie in China zu unterschiedlichen, zum Teil miteinander konkurrierenden Übersetzungen führten. Übersetzen hat Konjunktur in China. Der Indikator der Fremdheit — erkennbar an den ungewöhnlichen Schriftzeichenkombinationen — war hier offenbar willkommen, und der Verfremdungseffekt hatte Vorrang gegenüber der Semantik.

Ferner stellt sich im Rahmen eines am lexikalischen Inhalt orientierten Translationsprozesses immer wieder die Frage, ob man bei einer semantischen Teil- Entsprechung des zu übersetzenden Begriffs mit einem im Chinesischen bereits vorhandenen Wort einfach den letzteren verwenden oder vielleicht doch besser einen völlig neuen prägen sollte.

Übersetzen als interkulturelles Handeln

In this article, some well-known questions in translation research and practice are taken up and reconsidered from an intercultural perspective. Die folgende Diskussion beschränkt sich auf die Untersuchung von bestimmten übersetzten Schlüsselwörtern. Die chinesischen Reform- und Modernisierungsbestrebungen jener Zeit, die in allen gesellschaftlichen und intellektuellen Bereichen tiefgreifende Veränderungen auslösten, waren auch von den materiellen und geistigen Kulturen des Westens beeinflusst.

Forschungsschwerpunkte: Moderne Sprachwissenschaft, Wirtschafts- und Wissenschaftskommunikation, interkulturelle Beziehungen und Fachsprachenlinguistik. Die Dimension des Fremden steht in ihrer Wahrnehmung und Interpretation auch stets in engem Zusammenhang mit der des Eigenen. Dies war nicht nur unter den in China ansässigen Missionaren, sondern auch den chinesischen Intellektuellen höchst umstritten.

Dabei liegt — damals wie heute — ein wichtiger Vorteil dieses Übersetzungsmusters klar auf der Hand: seine einfache Realisierbarkeit.